Bis Ende 2015 müssen dichte Abwasserleitungen nachgewiesen werden
von Manfred Krossa, SPD Fraktionsvorsitzender Rheinhausen (26.01.2011)
In einer Mitglieder- und Bürgerversammlung der SPD Rumeln-Kaldenhausen wurde das Thema dichte Grundstücksentwässerungsanlagen vorgestellt. Der SPD Ortsvereinsvorsitzende Paul Kuckling eröffnete die Veranstaltung, die mit ca. 110 Besuchern die AWO überfüllte. Viele Gäste mussten stehen, einige verließen auch wieder die Sitzung, nachdem Paul Kuckling versprach, eine Folgeveranstaltung durchzuführen. Dann stellte er den SPD Bezirksvertreter Dieter Hannig als Referenten vor. Dessen Vortrag befasste sich mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben, die Grundstückseigentümer bei der Dichtheitsprüfung ihrer privaten Abwasserkanäle zu beachten haben. Unterstützt wurde er dabei durch zwei Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR (WBD), die Herren Werkmann und Poll. Zugrunde gelegt wird hierbei, so Dieter Hannig, der §61a LWG des Landes Nordrhein-Westfahlen. Seit Ende 2007 sind danach die Grundstückseigentümer verpflichtet, für die Dichtheit der Grundstücksentwässerungsanlagen zu sorgen. Dabei gibt es Fristen, die besonders zu beachten sind. So musste bereits bis Ende 2010 die Dichtheit in Wasserschutzgebieten nachgewiesen werden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Entwässerungsanlage für häusliches Abwasser vor dem 01.01.1965 bzw. für gewerbliches oder industrielles Abwasser vor dem 01.01.1990 errichtet wurde. Für alle anderen Grundstücke gilt die Frist 31.12.2015.. Wichtig für Hausbesitzer ist dabei, dass die Dichtheitsprüfung nur von anerkannten Sachkundigen der landesweit gültigen Sankundigenliste durchgeführt werden darf.

Die WBD bietet den Bürgern hierbei gute Informationsmöglichkeiten. Interessierte können unter 0203 283 5001 oder im Internet http://www.wb-duisburg.de leicht an die gewünschten Infos kommen.
Nach dem Vortrag von Dieter Hannig wurde ein eindrucksvolles Video gezeigt, welches auch auf der oben genannten Homepage zu finden ist. Hierbei wurde deutlich gemacht, dass undichte Abwasserleitungen durch ungewollten Zulauf (Infiltration) und Ablauf (Exfiltration) sowohl die Hauptkanäle und Kläranlagen belasten, wie auch erhebliche Schädigungen des Grundwassers verursachen können. Gezeigt wurde ebenfalls, wie Wurzeln die Leitungen durchdringen können und dadurch für Verstopfungen sorgen, wie auch durch Versatz oder Unterspülung ganze Bereiche des Kanals einbrechen können. Die anstehenden Dichtheitsprüfungen müssen von zugelassenen Sachkundigen durchgeführt werden, deren Adressen durch die WBD zu erfahren sind oder im Internet unter: http://www.lanuv.nrw.de/wasser/abwasser/dichtheit.htm oder http://www.wb-duisburg.de gefunden werden können. Im Normalfall wird nach einer Reinigung das Leitungssystem mit speziellen Kameras untersucht.. Wird bei der optischen Inspektion keine Undichtigkeit festgestellt, kann das Dichtheitszertifikat sofort erstellt werden. Bei unklaren Verhältnissen oder nach größeren Sanierungsarbeiten muss mit Hilfe von Druckluft oder Wasser unter geringen Druck die Dichtheit nachgewiesen werden. Oftmals kann eine anstehende Sanierung durch spezielle Schläuche (Inliner) ohne Aufgrabungen durchgeführt werden. Beim Schlauchrelining wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch aus Polyesterfaser oder Nadelfilz mit Luft- oder Wasserdruck in die Leitung eingestülpt und aufgeweitet. Mit solchen grabenlosen Verfahren können sowohl Reparaturen punktueller Schäden (mittels Kurzliner, Partliner) wie auch komplette Rohrleitungen (mittels Schlauchliner) Rohrleitungen, die auch Krümmer besitzen können, saniert werden. Ist ein Sanierungsbedarf festgestellt worden, haben die Eigentümer bei Undichtigkeiten bis zu zwei Jahren Zeit, die Reparaturen durchzuführen. Bei Schäden, die das statische System beeinflussen ist sofort zu sanieren.
Nach erfolgreicher Dichtheitsprüfung müssen die entsprechenden Unterlagen bei den WBD innerhalb von 4 Wochen eingereicht werden. Eine erneute Dichtheitsprüfung muss dann erst nach spätestens 20 Jahren oder einer Veränderung der Grundstücksentwässerungsanlage durchgeführt werden.