Die Stadt Rheinhausen und auch die Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen hatten auf ihren Gemeindeflächen
vor der Eingemeindung nach Duisburg Hausmülldeponien betrieben.
Teilweise wurden hier Hügel aufgeschüttet oder
ehemalige Kies- und Sandgruben verfüllt.
Auf eine entsprechende Anfrage der SPD Bezirksfraktion
Rheinhausen teilte uns der Umweltdezernent Herr Dr. Greulich im Januar diesen Jahres schon mit, dass wir mit dieser Anfrage
mindestens 20 Jahre zu spät kommen würden.
Um herauszustellen, dass es sich bei unserer Anfrage nicht um die
bereits bekannten und überwachten Deponien geht, haben wir die Anfrage nochmals präzisiert. Jetzt
müssen wir feststellen, dass das Umweltamt und auch der Umweltdezernent doch nicht so auf dem Laufenden sind, wie sie sein sollten.
Hier stellt sich die Frage, ob die Stadt die Unterlagen über die Hausmüllentsorgung im Bezirk Rheinhausen, die in ihrem
Verantwortungsbereich liegt, vergessen hat.
In der Mitteilungsvorlage 09-0048/1 der Verwaltung steht, dass die Altlast im Volkspark nur aus Aschen
und Schlacken bestehen soll. Da muss man sich doch fragen, wo denn der ganze Hausmüll geblieben ist, der jahrlang auf der
Fläche zwischen Johanniterkrankenhaus und der Straße „In den Peschen“ abgekippt wurde. Die Hügel sind heute noch zu sehen!
Diese Müllberge sind abgedeckt und bewachsen, so dass durch Direktkontakt sicherlich keine unmittelbare Gefahr
besteht, sofern keine Ausgasung stattfindet. Aber wie sieht es in diesen
Bereich mit dem Grundwasser aus? Gibt es entsprechende Beprobungen?
Gleiche Bedingungen gelten sicherlich auch
für das eine oder andere Baggerloch, welche nach dem Kriege verfüllt wurden, auch gezielt mit Hausmüll.
Da bei den
Altlastenverdachtsflächen nur von Aschen, Schlacken, Bauschutt und Bergematerial die Rede ist, kann hier
etwas nicht stimmen, denn der in Rheinhausen angefallene Hausmüll fehlt in den Betrachtungen.
Genauso sieht es mit
den Hausmüllablagerungen in Rumeln-Kaldenhausen aus. Hier wurden auch über Jahre riesige Hausmüllmengen entlang der Bahnstrecke im
Bereich des Sportplatzes „An den Wieen“ abgekippt, dann überdeckt und bepflanzt.
Damit diese
Daten nicht verloren gehen, bitten wir die Bürger, die noch über entsprechende Kenntnisse verfügen, möglicherweise auch noch über
Fotos oder Lagepläne, dies dem Umweltamt mitteilen bzw. uns diese Informationen zur Verfügung stellen, damit die Hinweise über solche
belasteten Flächen und den dort abgelagerten Stoffen beim Umweltamt im Altlastenkataster aufgenommen werden können. Dies sollte auch
für Ablagerungen gelten, die hier nicht genannt sind.
Aber nach Aussage des Umweltdezernenten Dr. Greulich
ist alles bekannt, nur die Frage, wo die Hausmüllmengen der Jahre 1945 bis 1970 größtenteils geblieben
sind, scheint für das Umweltamt nicht zu existieren.
Die Mülldeponie an der Deichstrasse wurde erst nach 1960
aktiviert. Diese wurde aber nur für Rheinhausen eingesetzt und nicht für Rumeln-Kaldenhausen. Hier sind
im Altlastenkataster aber noch erhebliche Lücken durch Recherchen zu schließen und gemäß Bodenschutzgesetz die nötigen Konsequenzen
abzuleiten.
Reiner Friedrich
SPD-Bezirksfraktion Rheinhausen