Anlagensicherheit und Störfallvorsorge

Ortsteile von Rheinhausen liegen in unmittelbarer Umgebung zu den Bayer Werken Krefeld-Uerdingen. Innerhalb dieses Werkes werden großtechnisch Phosgen Chlorgase eingesetzt, deren gesundheitsschädliches Potenzial sehr groß ist.
Es bestehen im Detail gut abgestimmte Notfallpläne zwischen den Bayer Werken und der Stadt Krefeld. Leider scheinen diese nicht für den direkten Nachbarn Duisburg-Rheinhausen eingerichtet zu sein, so der Sprecher des Arbeitskreises Umwelt vom SPD Bezirksverband Rheinhausen, Manfred Krossa.

Die öffentliche Sicherheit wird durch die vielerorts noch fehlende notfallplanmäßige Vorsorge in Frage gestellt.
Das hat sich besonders bei dem letzten großen Chemieunfall auf dem Rhein gezeigt. Die Koordinierung der Einsatzkräfte klappte nicht, Polizisten in Streifenwagen informierten die Bürgerinnen und Bürger über die Gefährlichkeit austretender Gase. Wer dachte dabei an die Sicherheit der Beamten, die zwar eine Schutzmaske trugen, welche aber bei den auftretenden ätzenden Gasen versagt hätte.
In welcher Gefahr schwebte denn die Bevölkerung? Jeder Fachmann sagt, dass bei Gas- und Chemieunglücken die Fenster geschlossen bleiben müssen. Was passiert aber, wenn der Lautsprecherwagen der Polizei durch die Straßen fährt?, die Fenster werde geöffnet um besser verstehen zu können!
Hier muss sich was ändern, genau abgestimmte Notfallpläne müssen her, so Manfred Krossa.

Erste intensive Gespräche des Oberbürgermeister Sauerland und der Geschäftsleitung der Bayer Werke haben stattgefunden. Bayer will sich auch an einem Notfallsystem finanziell beteiligen, so Herr Bieber, Leiter der Bayer Werke Uerdingen.
Wie sehen die Notfallpläne für Rheinhausen konkret aus, was geschieht bei einem Chemieunfall und wie werden die Einsatzkräfte koordiniert, diese Fragen möchte die SPD Fraktion in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung von der Verwaltung beantwortet wissen.

Zum Stand der Notfallpläne Bayer Werk und Stadt Duisburg stellt die SPD Fraktion folgende Fragen an die Verwaltung:

  1. Wie sieht der Notfallplan für Chemieunglücke für Rheinhausen aus?
  2. In einer Veranstaltung der Bayer Werke mit Kommunalpolitikern aus Duisburg ist von Herrn Dr. Bieber (Bayer) erklärt worden, dass intensive Gespräche zwischen ihm und Herrn Oberbürgermeister Sauerland geführt wurden, deren Inhalt die Feinabstimmung der Notfallpläne enthielt.
    Wie ist dazu der aktuelle Sachstand?
  3. Gerade bei Chemieunfällen ist darauf zu achten, dass die Fenster der Wohnungen geschlossen bleiben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Lautsprecherwagen der Polizei die Bevölkerung alarmiert hat, die zum besseren Verstehen die Fenster geöffnet hat.
    Wie wird verhindert, dass dies bei Phosgenunfällen passiert?
  4. Die Bayer Werke haben zugesagt, sich mit 20% an einem Sirenenwarnsystem zu beteiligen, welches als ideal gerade bei Chemieunfällen zu sehen ist.
    Wie sehen die aktuellen Planungen für solch ein Warnsystem aus?
  5. Ein Chemieunfall auf dem Rhein hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit der Notfallkräfte nicht gut funktioniert hat.
    Wie ist die Zusammenarbeit von Polizei - Feuerwehr - freiwilliger Feuerwehr und Rettungsdiensten zurzeit organisiert?
  6. Die Stadt Krefeld verfügt über ein ausgefeiltes Notfallsystem.
    Bestehen Kontakte zwischen der Duisburger Verwaltung und Krefeld, um im Notfall eine Abstimmung der Einsatzkräfte zu gewährleisten?