Die SPD kämpft für ein vernünftiges Bäderkonzept

Die geplante Schließung des Toeppersee-Freibades und der beiden Hallenbäder im Bezirk Rheinhausen als neues Bäderkonzept vorzustellen ist ein Hohn. Die bereits angekündigten steigende Kosten für die Nutzung der öffentlichen Schwimmbäder sorgen für Ärger und lassen die Wellen höher schlagen. Der Schwimmunterricht, der für die Schulen vorgeschrieben ist, wird genauso beeinträchtigt , wie der Vereinssport. Retter, wie die Helfer von der DLRG und des TRW’swerden weniger Übungsstunden absolvieren können.
Und wofür? Für die Gründung eines Eigenbetriebs Sport?
Der SPD Bezirksverband Rheinhausen hat einen Fragenkatalog zum vorgestellen Bäderkonzept erarbeitetet, der als Anfrage in die aktuellen Gespräche zum Bäderkonzept eingebaut werden soll.

Nach dem Motto "Wir machen ein Gutachten und schon ist das Bäderkonzept in Ordnung" funktioniert es nicht. Bürgerinnen und Bürger haben ein Mitspracherecht. Sie als Nutzer, sei es in öffentlichen Schwimmzeiten, sei es als Mitglieder eines Vereins, einer Hilfsorganisation oder als Eltern deren Kinder Schwimmunterricht in der Schule erhalten, müssen eingebunden werden.
Genau das ist das Ziel des SPD Bezirksverbands Rheinhausen. In einer öffentlichen Veranstaltung haben die Betroffenen die Möglichkeit, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.

Aus den Beratungen der Bezirksvertretung Rheinhausen ist folgender Fragenkatalog entstanden, der aufgrund der derzeitigen Beratungsphase nicht als abschließend zu betrachten ist.
Hier der Fragenkatalog im Einzelnen:

  1. Was hat der Regierungspräsident für Auflagen gemacht bezüglich der Bäder?
  2. Sind vom Regierungspräsidenten genaue Bäderstandorte beschrieben, die geschlossen werden sollen?
  3. Wieso ist der Wortlaut der Presseerklärung der Stadt zum Eigenbetrieb Sport anders als die Vorlage aussagt, denn in der Pressemitteilung ist nichts zu lesen von der Schließung des Freibades Toeppersee?
  4. Wie sieht die Wertigkeit der Bäderlandschaft für Duisburg aus, wenn die Freibäder nicht mit einbezogen werden?
  5. Wie sieht dann die realistische Betrachtung in Beziehung zu vergleichbaren Städten aus?
  6. Wie sieht dann der Vergleich bezogen auf die Nutzungszeit für die Öffentlichkeit aus?
  7. Wieso bezieht die Verwaltung die Freibäder mit ein, wenn sie gleichzeitig sagt, dass die Hinzuziehung von Freibädern das Bild verfälscht?
  8. In der Vorlage ist der Standort des Hallenbades Rheinhausen falsch dargestellt. Die Untersuchungen zu den Entfernungsaussagen sind daher falsch.
    Wie sehen die korrigierten Einzugsbereiche aus?
  9. Der Presse waren Aussagen zu entnehmen, dass es weitere Untersuchungsplanungen gegeben hat.
    Wie haben diese Varianten ausgesehen und zu welchem Ergebnis sind diese gekommen?
  10. Warum muss das Bäderkonzept mit der Gründung des Eigenbetriebes Sport gekoppelt werden?
  11. Wie hoch sind die Kosten für eine Grundsanierung des Hallenbades Schwarzenbergerstrasse?
  12. Wie stellt sich durch die angedachte Bäderkonstellation der Bedarf für Schule, Sport und Rettungswesen dar?
  13. Welche Öffnungszeiten ergeben sich dann für die Bürger?
  14. Wie wird die vorgeschriebene Schwimmausbildung der Grundschüler gewährleistet?
  15. Von welchen Benutzerzahlen ist die Verwaltung für die neue Bäderkonstellation ausgegangen?
  16. Kann das Freibad Kruppsee die Freibadekapazität des bisherigen Freibades Toeppersee aufnehmen, denn die Leute, die bisher schwimmen gehen, wollen sicherlich auch zukünftig schwimmen gehen?
  17. Wie hoch waren die Benutzerzahlen der Bäder im Bezirk Rheinhausen?
  18. Wieso ist eine Halle über dem 50 m Becken aus statischen Gründen des Beckens nicht realisierbar?
    Das Becken hat eine Wassertiefe von rund 2m. Werden die Stützfundamente nur 2m vom Beckenrand gesetzt, so belasten sie die Beckenstatik bei einem Lastabtragungswinkel von 45 Grad nicht mehr. Diese Aussage der Verwaltung ist so nicht nachvollziehbar.
  19. Wie setzt die dargestellte Erlössituation für die neue Bäderkonzeption zusammen?
  20. Wie differenzieren sich die pauschalen Kosten für den Badneubau?
  21. Welche Anlagenteile werden am Toeppersee für den Neubau eines Hallenbades weiter mitbenutzt?
  22. Was würde der Hallenbadneubau an der Schwarzenbergerstrasse mit gleicher Konzeption kosten?
  23. Ist der Standort Toeppersee der wirtschaftlich richtige Standort für eine entsprechende Besucherakzeptanz?
  24. Gibt es zwischenzeitlich Standortuntersuchungen, wie seinerzeit selbst von den Wirtschaftsbetrieben angeregt?
  25. Wie sieht die weitere Vorgehensweise für das Hallenbad Rumeln aus?
  26. Wie hoch sind die Verkehrwerte der angegebenen Grundstücke?
  27. Was passiert mit der Turnhalle, die direkt mit dem Hallenbadgebäude verknüpft ist, bei einer möglichen Schließung des Hallenbades?
  28. Wenn das Hallenbad am Toeppersee errichtet wird, wie erfolgt dann die Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr?
  29. Wer finanziert die Kosten für die Schülertransporte, die dann mit jährlich 122.000 € einzurechnen sind?
  30. Wie hoch belaufen sich derzeit die Kosten für Schülerfahrten zum Hallenbad?
  31. Durch den geplanten Bustransport der Schüler werden neben den Kosten auch erhebliche Zeit benötigt. Wie soll diese im Schulbetrieb aufgefangen werden?
  32. In der Vorlage wird auf die Bädernutzung auch in den Nachbargemeinden hingewiesen.
    Gibt es diesbezüglich eine Abstimmung zwischen den Gemeinden bezüglich der jeweiligen Bäderkonzepte, da z.B. die Stadt Moers wahrscheinlich nach Ihrem Bäderkonzept das Solimare schließen wird?