Hat das Bäderkonzept Toeppersee noch eine Zukunft

Auf Anregung des Rates der Stadt Duisburg und des OB`s wurde zur Neuordnung der Bäderlandschaft in Rheinhausen ein Workshop unter Beteiligung der Vertreter der Bezirksvertretung, des Eigenbetriebs DuisburgSport, der Schulen und der Vereine durchgeführt.
Die Zusammenarbeit im Workshop war sehr positiv und konstruktiv. Der Worksshop entwickelte ein neues Konzept, da das alte nur die Interessen einiger Sportgruppierungen berücksichtigt hat und die Interessen der Bürger nicht gewahrt waren. In der neuen Hallenkonzeption finden sich die Interessen aller Vereine, des Schulsports und auch der Bürger wieder. Es soll optional auch die Erweiterung für mögliche private Interessenten hinsichtlich Gastronomie, Sauna und Wellness ermöglichen.

Das Bäderkonzept für den Toeppersee ist ein integriertes Gesamtkonzept, das auch zukünftig die Hallennutzung zur Außenanlage öffnen soll, wie auch das Baden im Freien durch die Schaffung eines Naturbades an der Tegge ermöglichen, wobei die derzeitigen Außenanlagen, wie Kabinen und Toiletten des jetzigen Freibades weiter mitgenutzt werden könnten. Die vorhandenen Beckenanlagen können für zusätzliche Freizeitaktivitäten wie Beachvolleyball, Sandkasten, Sprungturm als Kletterturm genutzt werden, so dass sie nicht abgebrochen werden müssen und somit zusätzliche Attraktionen geschaffen werden. Die aufwendigen Abbruchkosten können somit eingespart werden und der Gesamtbereich ohne zusätzliche Mehrkosten bereichert werden.

Der OB und der Eigenbetrieb DuisburgSport haben selbst die Errichtung eines Naturbades in die Diskussion eingebracht. Der Workshop favorisierte bis zu diesem Zeitpunkt noch die Offenhaltung des Wellenbades für die Sommerzeit. Da das Naturbad aber die attraktivere Lösung darstellt, wie uns von externen Experten auch bestätigt wurde, entschloss sich der Workshop zu dieser Lösungsvariante.

Dieses Ergebnis führte dann zum gemeinsamen Beschluss der Rheinhauser Politiker aller Parteien. Doch die Freude dauerte nur bis zu dem Tage, als die Vorlage zur Beschlussfassung in dem parlamentarischen Gremium des Betriebsausschuss DuisburgSport kam. Dort war der Beschluss des Workshops zwar vermerkt, aber negativ. Die ablehnende Begründung waren Mehrkosten von 8o.000 Euro, die aber, wie bereits erläutert, in der Planungs- und Bauphase eingespart werden sollen, sowie tendenziell höhere Betriebskosten.
Hierbei muss aber auch noch gesagt werden, dass die von der Verwaltung genannten Kosten sich teilweise widersprechen und auch nicht immer nachvollziehbar sind. So gibt die Verwaltung die Kosten für einen 3m- Sprungplattform mit 137.000 Euro an; die Einholung eigener Angebote weisen Kosten von 14.850 Euro aus (allerdings ohne Montage).
Des Weiteren hat uns die Verwaltung schon in den Gesprächen mitgeteilt, dass die Kalkulation keinen Ansatz für Unwägbarkeiten aufweist, wie sie bei der Planung mit 3 – 7 % also im Mittel mit 5% anzusetzen sind. Dies hat die Verwaltung auch in einigen Aufstellungen gemacht. Ebenfalls sind die Kosten für die Verlegung des Beachvolleyballplatzes mit einzubeziehen, da diese ursächlich durch den Hallenbadneubau entstehen. Somit müsste sich dann die Kostenzusammenstellung wie folgt belaufen:

Diese Diskrepanz hat der Workshop erkannt, war aber selbst gewillt durch kreative Lösungen in der Bau- und Planungsphase diese Kosten zu senken ohne das Anforderungsprofil zu kürzen.

Aufgrund des von der Verwaltung gemachten Vorschlages in der Vorlage zum Bäderkonzept, scheint die Frage der Wirtschaftlichkeit und die Verbesserungen der Einnahmesituation keine Rolle zu spielen So wird in der Vorlage behauptet, dass die Betriebskosten der Worksshoplösung tendenziell höher sind, obwohl technisch klar ist, das die Umlaufwassermengen um 8% niedriger sind, dabei spielt es keine Rolle, ob sie mit einer oder zwei Pumpen-Kreisläufe gefördert werden. Die bessere Akzeptanz und damit bessere Nutzung durch die Bürger, die auch zu Mehreinnahmen führen, wird dabei erst gar nicht erwähnt. Alle diese Dinge spielen aber für die Verwaltung anscheinend keine Rolle.

Die Bezirksvertretung Rheinhausen hat daraufhin einen eigenen Antrag mit dem Workshopergebnis eingebracht, einschließlich der Forderung das Freibad Toeppersee in diesem Jahr noch zu öffnen. Dies war der einstimmige Beschluss aller Mitglieder in der Bezirksvertretung, Die vom Worksshop erarbeitete Lösung wurde auch von allen Seiten als ausgewogen und tragfähige Kompromisslösung angesehen, selbst vom OB, wie aus einigen Einzelgesprächen übermittelt wurde.
Im Betriebsausschuss DuisburgSport hat die dortige CDU-Fraktion in der Sitzung mündlich einen Änderungsantrag eingebracht, die das Bäderkonzept als Gesamtkonzept wieder in Frage stellt.
Dieser Antrag sieht vor:

Sollte diese Entscheidung im Betriebsausschuss und im Rat so gefasst werden, wie ihn die CDU-Fraktion im Betriebsausschuss beantragt hat, so ist dieser Beschluss in keiner Weise mehr mit dem Beschluss der Bezirksvertretung Rheinhausen identisch. Dann wird am Toeppersee nur noch ein reines Hallenbad errichtet, dessen inhaltliche Umsetzung dann auch noch in Frage gestellt ist, da wesentliche Einsparpotentiale entfallen. Die einstimmige Entscheidung in der Bezirksvertretung Rheinhausen ist nur für das integrierte Konzept mit Außenanlagen und Naturbadnutzung zu Stande gekommen. Für die SPD so wie auch für andere Parteien müsste dann das neue Hallenbad an einer anderen Stelle, der Schwarzenberger Straße, errichtet werden. Denn hier überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile dieses Standortes und es könnten die 300.000 Euro pro Jahr für den Schülertransport und die ÖPNV-Anbindung sparen.
Mit der Deckelung des Betrages auf die Summe von 6.215.000 Euro wäre auch die Umsetzung des ursprünglichen Konzeptes nicht möglich, da die so genannten Unwägbarkeiten dort auch nicht berücksichtigt sind. Kosten in dieser Art zu deckeln, ohne eine konkrete Planung zu haben, macht überhaupt keinen Sinn. Er sollte als Rahmen, wie bisher angedacht, vorgegeben werden. Wenn man einen solchen Betrag in dieser Art deckeln will, kann man ihn erst nach konkreter Planung so beschließen. Die bisher vorliegenden Kostenschätzungen wurden so oft verändert und angepasst, dass man von einer genauen Kostenschätzung nicht mehr ausgehen kann. Darüber waren sich alle Beteiligten einig, auch DuisburgSport.

Wird das Naturbad an der Tegge nicht realisiert und somit das vom Workshop erarbeitete Bäderkonzept nicht umgesetzt, sowie das Freibad in diesem Jahr nicht geöffnet, so muss man sich fragen, wo die Rheinhauser Bürger an warmen Tagen zukünftig baden gehen sollen. Die Verwaltung sagt im Freibad Kruppsee oder im Kombibad Homberg. An solchen warmen Tagen ist das Freibad Kruppsee mit fast 4000 Besuchern bereits überfüllt und das Kombibad Homberg ebenfalls. Anzumerken ist auch, dass das Freubad Kruppsee privat von einem Verein verwaltet wird, da liegt es auf der Hand, dass zuerst die Vereinsmitglieder Zutritt finden. Fragt sich nur, wo die über 5000 Besucher des Freibades Toeppersee dann baden sollen.
Für die Öffnung des Freibades Toeppersee in diesem Jahr werden von der Verwaltung immer neue Kostenansätze ins Gespräch gebracht, die nicht nachvollziehbar sind. Die von der Verwaltung genannten Kosten belaufen sich auf 2oo.ooo Euro nur für die Ferienzeit. Hier sind die Einnahmen nicht gegen gerechnet. Seitens von DuisburgSport wurden bisher keine Alternativen aufgezeigt. Wir sind der Auffassung, dass auch weitere Alternativen bestehen, die zu keiner zusätzlichen Belastung führen. Nach Aussage des OB´s sollten alle Bäder geöffnet bleiben, bis die neuen fertig sind. Im Ratsbeschluss wurden daher auch keine Termine genannt.

Zwischenzeitlich wurden auch Argumentationen laut, dass man doch auch, wie im Duisburger Süden, die Lösung eines Investorenmodells anstreben sollte. Hierzu kann man nur sagen, dass wir dass schon im Jahre 2004 gemacht haben. Dabei haben wir die Verwaltung mit einer Investorengruppe zusammengebracht, die auch an der Weiterentwicklung des Toepperseebads mit Freibad und Hallenbad interessiert war. Erste Kostenschätzungen und Entwürfe lagen bereits vor. Nur die Verwaltung hat es aus Arbeitsüberlastung durch den Bau des Rhein-Ruhr-Bades und der Sturmschadensbeseitigung am Schwimmstadion Wedau nicht weiterverfolgt. Im Duisburger Süden ist ein lokaler Investor vorhanden. In Rheinhausen haben wir bisher keinen solchen Investor und hier ist schnelles Handeln angesagt, da nach Auskunft der Fachleute das derzeitige Hallenbad kurzfristig abgängig ist. Aber mit der Konzeption des Workshops ließe sich sicherlich ein Betreiber finden, denn die Gesamtanlage würde dann erhebliche Erweiterungsmöglichkeiten im Freizeitbereich bieten, sind doch riesige Außenflächen vorhanden.

Durch die erneute Änderung durch den CDU-Antrag im Betriebsausschuss ist die sinnvolle Umsetzung der Bäderlandschaft unseres Bezirkes wieder in Frage gestellt.

Wir bitten daher die Rheinhauser Bevölkerung den einstimmigen Beschluss Ihrer Bezirksvertretung durch Ihre Unterschrift zu unterstützen und den Betriebsausschuss und den Rat aufzufordern sich diesem Beschluss der BV und des Bäderworkshops anzuschließen.



SPD Bezirksverband Rheinhausen