Durch die CO-Pipeline zum Bayer Chemiepark sind auch Rheinhauser Bürger direkt im Störfall betroffen, obwohl
die Pipeline nicht über Rheinhauser Gebiet verläuft. Die SPD-Fraktion hat schon im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens
ihre Bedenken und Besorgnis in der Bezirksvertretung in Form einer Anfrage vorgetragen. Diese Bedenken wurden auch von den
anderen Fraktionen größtenteils geteilt. Da die Verwaltung zu diesem Thema keine Beschlussvorlage gemacht hat, wurden im
Rahmen des Planfeststellungsverfahrens nur Stellungnahmen der einzelnen Ämter abgeben, die in der damaligen
Diskussion nicht einfließen konnten. Wie jetzt bekannt ist, bestätigen die Gegen- und zusätzlichen Gutachten vor allem in
pipeline - puncto Sicherheit nicht das, was die Firma Bayer zugesagt hat.
Die Firma Bayer bietet einen Dialog
an. Wir bezeichnen das Verfahren als Monolog, denn es will nur eine Seite ihre Meinung durchsetzen.
Dies sieht man ja am Verfahren im Duisburger Süden, wo eine gefahrlosere Trasseführung möglich wäre. Diese nimmt man
aber nicht, weil sie nach Auffassung der Firma Bayer wenig Sinn macht und auch nicht kostengünstiger ist. Fakt ist aber,
dass die Firma Bayer es aus juristischen Gründen vermeiden will, dass abgeschlossene Planfeststellungsverfahren
erneut zu öffnen, weil sie dann nicht sicher ist, jemals durch diese Leitung CO-Gas zu fördern.
Denn nach den
jetzt bekannt gewordenen Erkenntnissen dürfte die Erzielung einer Genehmigung für eine geänderte Trasse unter den gleichen
technischen Rahmenbedingungen schwierig sein.
Wie die Firma Bayer mit dem Enteignungsbeschleunigungsgesetz umgeht
und es für sich interpretiert ist schon fast modernes Raubrittertum, denn Enteignung und Besitzeinweisung sind nach
unserer Rechtsauffassung und der von Verfassungsrechtlern nach diesem Gesetz nur möglich, wenn keine zumutbaren alternativen
Trassen oder Techniken möglich sind. Dies ist aber hier nicht der Fall.
Bezogen auf Rheinhausen sind
im Störfall die Bereiche Hohenbudberg und Mühlenberg auf Grund der geringen Entfernung zur CO-Gasleitung im Störfall
bei entsprechender Windrichtung betroffen, denn die CO-Gasleitung quert den Rhein in Höhe der Kirche in Hohenbudberg auf Krefelder
Gebiet. Je nach Art des Störfalles beträgt der Einwirkungsbereich bis zu 1,5 km und mehr.
Zur Information
der Bevölkerung wird die SPD und die Bezirksfraktion Bürgerlich-Liberale aus diesem Grunde in den nächsten zwei bis drei
Wochen in Hohenbudberg eine Bürgerversammlung durchführen, um die Bürger zu informieren und somit auch mehr öffentlichen
Druck auf die Firma Bayer auszuüben. Denn Veränderungen in der Sache kann man wahrscheinlich nur noch vor Gericht
und durch öffentlichen Druck erreichen. Auf dieser Bürgerversammlung sollte dann auch eine entsprechende Resolution
verabschiedet werden.
Zur Klärung nach offener Sachfragen hat die SPD für die BV-Sitzung am 9.08.07 noch eine
entsprechender Anfrage eingebracht. Auf die Antworten kann man sicherlich gespannt sein.
i.A. Reiner Friedrich Vorsitzender SPD Bezirksfraktion |
i.A. Karsten Vüllings Vorsitzender Bezirksfraktion der BL |