Denkmalschutz - Freigabe zum Verfall?

In der Sitzung der Bezirksvertretung Rheinhausen vom 28. Oktober wurde als Tischvorlage ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen der CDU, der GRÜNEN und der SPD zum Erhalt denkmalgeschützter Gebäude und Erfüllung der Verkehrssicherheitspflicht gestellt.
Nachdem in Rumeln-Kaldenhausen vor Jahren die Nutzung eines Bauerhofes eingestellt wurde, stellte sich die Frage, wie die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Herrenhaus, Scheune und Remise weiter genutzt werden.
Der Besitzer stellte einen Bauantrag, der vorsah die denkmalgeschützten Gebäude in das Ensemble zu integrieren und damit eine harmonische Gesamtheit zu bilden.
Neue Gebäude wurden gebaut, aber der Denkmalschutz wurde vergessen. Heute stellt sich leider ein erschreckender Allgemeinzustand des Herrenhauses und der zwei Scheunen dar, so Manfred Krossa von der SPD. Durch die lange Nichtnutzung verfallen die Gebäude. Bei der direkt an der Dorfstraße liegenden Scheune ist bereits ein Teil des Daches abgedeckt und das Dachgebälk zerstört. Es ist nicht auszuschließen, dass bei Unwettern Dachziegel auf den direkt unterhalb des Daches verlaufenden Bürgersteig stürzen und damit eine direkte Personengefährdung gegeben ist.
Das Gelände zwischen den Gebäuden zeigt einen verwahrlosten Zustand. Eine Gefährdung für die neu hinzugezogenen Bürger und deren Kinder.
So war das nicht geplant! Statt einer Symbiose neu mit alt wurde das Neue gebaut und das Alte vernachlässigt.
Wer die Verantwortung für denkmalgeschützte Gebäude übernimmt, muss auch für deren Erhalt sorgen, so Krossa (SPD).

Architektur ist steingewordenes Leben, bei Nichtnutzung nagt der Zahn der Zeit auch an den härtesten Steinen.
Die Kernaufgabe des Denkmalschutzes ist der Substanzerhalt und die Konservierung für die Zukunft. Wird ein Gebäude dauerhaft genutzt, ist für den Erhalt die beste Voraussetzung gegeben. Solches Handeln verstärkt die städtebauliche Rolle von Denkmalen.
Beispiele im Bezirk Rheinhausen haben gezeigt, was passiert wenn Profitsucht den Denkmalschutz missachtet. Historische Gebäude sind nicht mehr zu retten und müssen abgerissen werden.
Ein Vergehen an die Geschichte, denn auch unsere Kinder möchten gerne wissen, was ihren Heimatort prägt und in welchen Strukturen er gewachsen ist.