CDU stellt sich gegen die Bürgerinitiative "Freibad Toeppersee"
Stellungnahme vom SPD Ratsherr Jürgen Edel
Durch den Ratsentscheid, den Kompromissvertrag zwischen dem Oberbürgermeister Sauerland, Vertreter der Verwaltung und
der Bürgerinitiative (BI) "Freibad Toeppersee" abzulehnen haben CDU und GRÜNE das Verfahren zum Bürgerentscheid
eingeleitet. Der Ratsherr Jürgen Edel reagierte in seiner Stellungnahme während der Ratssitzung auf die Vorwürfe der
CDU, dass der Weiterbetrieb des Freibades Toeppersee nicht zu bezahlen sei. Laut CDU würden das die
glaubwürdigen Zahlen, die der Eigenbetrieb DuisburgSport in der Vorlage nennt, doch eindeutig beweisen. Zur
Richtigstellung, folgend die Argumente der SPD, die deutlich machen, dass einem Erhalt des Freibads Toeppersee
nicht widersprochen werden kann.
Nach Aussage von Jürgen Edel erwecken die Zahlen von DuisburgSport mehr den Eindruck des "Kaputtrechnens" des
Verhandlungsergebnisses zwischen Verwaltung und Bürgerinitiative:
So werden Mehrkosten für einen separaten Eingang zum Freibad eingerechnet, obwohl noch nicht einmal der
Planungsauftrag für das Hallenbad vergeben ist. Dabei könnte der alte Eingang in die neue Planung einbezogen werden.
Die Abbruchkosten von 440.000 € sind sicher bilanztechnisch einzustellen. Wenn diese Kosten aber nicht
heute, sondern erst in 5 oder vielleicht sogar 20 Jahren abgerufen werden, müssten statt der in der Vorlage eingestellten
Kapitalkosten erhebliche Zinsgewinne berücksichtigt werden.
Die vorhandenen Filteranlagen sollen für das neue Hallenbad sowie für das Wellenbecken eingesetzt werden.
– Daher u.a. auch der Wegfall des 50m Beckens – "Weitere Außenbeckenanlagen müssten – so der EB – für den Weiterbetrieb mit neuen
zusätzlichen Wasseraufbereitungskomponenten versehen werden." Das Sprungbecken hat, da es nicht beheizt wird, immer schon einen
eigenen Wasserkreislauf. Übrig bleibt nur das kleine Nichtschwimmerbecken. Und das könnte, da sich ja die Wassermenge in dem neuen
Hallenbad gegenüber dem 50m Becken verringert hat, ohne Probleme in die vorhanden Aufbereitung mit einbezogen werden.
Die Mehrkosten für neue Sanitär- und Umkleideräume sind nicht abhängig von einem Weiterbetrieb des
Freibades. Hier kann auch das alte Konzept weiter verfolgt werden.
Der Betrieb des Freibades soll lt. Vorlage jährlich 208.000 € kosten. Diese Kosten seien im Wesentlichen
auf die Personalkosten zurückzuführen. Neben dem Personal des Hallenbades, was kein zusätzlichen Kosten verursacht, werden für die 2
Monate des Freibadebetriebes Saisonkräfte eingestellt, die 10 – 12 €/Std. erhalten. Wie sollen da ca. 200.000 € an Mehrkosten
zusammenkommen?
Der Ansatz von nur 20.000 Besuchern in der Hauptöffnungszeit, also den Ferien, ist stark untertrieben. Hier
ist anscheinend lediglich die Öffnungszeit runtergerechnet worden, ohne die tatsächlichen Besucherzahlen zu berücksichtigen.
Den Passus mit der Begrenzung der max. Reparaturkosten hat DuisburgSport in den Gesprächen mit der BI schon
selber relativiert. Daher wurde er im Vertragsentwurf gestrichen.
Zusätzliche Mehreinnahmemöglichkeiten durch priv. Investoren z.B. im Gastronomiebereich werden erst gar
nicht erwähnt.
In dieses Bild des „Kaputtrechnens“ passt auch der von Herrn Klein angesprochene viel zu kleine Ansatz von
167.000€ für einen Bürgerentscheid, bei dem seit 2004 auch die Briefwahl möglich ist. Wenn dann noch die Kosten für die Erstellung
und Verteilung der Bürgerinformation betrachtet werden, in der Stellungnahmen von allen Parteien und der BI enthalten sein sollen….
Wie die Stadt das mit 33 Cent pro Bürger bewerkstelligen will, ist äußerst schleierhaft. In Essen und Mühlheim hat das auf jeden Fall
erheblich mehr gekostet!
Daher:
Ein Bürgerentscheid würde die Kosten unnötig in die Höhe treiben! Gelder, die besser
für den Weiterbetrieb des Freibades und damit für die Bürger genutzt werden könnten.
Die Begründung von Bündnis
90/Die Grünen zur Ablehnung des Vertragsentwurfes klingt äußerst fadenscheinig:
Sie begrüßen zwar das Bürgerbegehren,
möchten aber den Bürgerwillen lieber durch einen Bürgerentscheid dokumentiert wissen.
Dazu Jürgen Edel im Rat:
"Wenn Sie, meine Damen und Herren von Bündnis 90/Die Grünen, diesen Entwurf mit der Begründung ablehnen, Sie wollen in einem
Bürgerentscheid den Bürgerwillen erfragen, und damit die 27.000 Unterschriften ignorieren, frage ich mich, welches Verständnis Sie vom
Bürgerwillen haben. Sie haben bei der letzten Kommunalwahl ca. 17.000 Stimmen erhalten – gegenüber 27.000 für das Bürgergehren. Nach
Ihrem hier vorgetragenen Verständnis hätten die Bürger Duisburgs danach nochmals gefragt werden müssen, ob sie die Grünen wirklich im
Rat haben wollen.">
Mit der Anlage 2 in der Vorlage liegt ein Vertragsentwurf vor, der allen Seiten
gerecht wird. Deshalb stimmt die SPD-Fraktion diesem zu.