Im Jahr 2000 wurden im Rheinvorland parallel zur Sauerstoff- und Stickstoffleitung (Fa. Messer Griesheim, heute Air Liquid)
vom rechtsrheinischen Ufer in Höhe des Kraftwerkes bei HKM (Hüttenwerk Krupp Mannesmann) eine Fernwärmetrasse zum linksrheinischen
Ufer verlegt. Dort verläuft diese in zwei isolierten Rohren mit einem Durchmesser von 600 mm parallel zum Koeppengraben durch das
dortige Naturschutzgebiet. Trotz vielfachen Widerstands aus der Bevölkerung wurden diese
Fernwärmeleitungen verlegt, aber bis heute nicht in Betrieb genommen.
Diese nichtgenutzten Leitungen
wurden bis zum Rheindeich geführt und dann parallel zum Deich bis nach Hohenbudberg/Bayerwerk. Seinerzeit sollte über
diese Trasse Fernwärme aus dem RWE-Kraftwerk nach Krefeld geliefert werden.
Mitinvestor für diese Fernwärmeleitung waren seinerzeit die Stadtwerke Krefeld, denn deren Namen stand auf den
betreffenden Planungs-Zeichnungen. Zur Umsetzung des Projekts wurde auch hier der Verlauf der Gasleitungen durch ein
Naturschutzgebiet mit dem zwingenden öffentlichen Interesse begründet.
Das öffentliche Interesse lag
aber nicht in den Gasleitungen, sondern in den Fernwärmeleitungen.
Da die Fernwärmeleitungen bis heute nicht
benutzt werden, erfolgte ein unverantwortlicher Eingriff in die Natur.
Bei dem Bau der CO-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen wird die Umsetzung wieder mit „dem öffentlichen
Interesse“ begründet, eine vergleichbare Vorgehensweise wie bei den Fernwärmeleitungen! Den Unterschied macht nur das hohe
Gefahrenpotential der CO-Leitung.
Sollte das Steinkohlekraftwerk im Chemiepark Uerdingen gebaut werden,
könnte die bisher ungenutzte Fernwärmetrasse wieder eine Bedeutung erlangen, besonders dann, wenn in Duisburg Fernwärmekapazität
benötigt wird.
Um diese Frage zu klären, wird die SPD diesbezüglich eine Anfrage für die nächste
Sitzung der Bezirksvertretung Rheinhausen stellen, auch ob es bezüglich der Fernwärmelieferungen schon Absprachen mit den Stadtwerken
Duisburg gibt.