Es ist schon erstaunlich, mit welchen Zahlenspielen die Verwaltung/DuisburgSport in der Argumentation um die
Schließung des Freibades Töppersee arbeitet. So wird unterstellt, dass das Bad bei einem positiven Bürgerentscheid
nur noch 5 Jahre bis 2012 geöffnet bleibt und so die erforderlichen Abbruchkosten für diesen Teilbereich mit 54000 €
pro Jahr auf die jährlichen Aufwendungen hinzugerechnet. Wenn die Stadt bei jedem Objekt schon bei der Finanzierung die
Abbruchkosten einrechnet, dann würde viel Kapital gebunden, welches für die Projekte nicht mehr zur Verfügung stünde. Dies macht
niemand in der freien Wirtschaft, denn mit diesem Ansatz gäbe es keinen Fortschritt.
Erstaunlich ist auch, dass die
Verwaltung schon heute weiß, dass das Freibad nach einem positiven Bürgerentscheid nur noch bis 2012 betrieben würde,
obwohl es bei einem positiven Bürgerentscheid überhaupt keinen Schließungstermin gibt. Hierfür müsste man dann erst
zu diesem Zeitpunkt einen neuen Ratsbeschluss fassen.
So soll auch für den Freibadebetrieb nach Fertigstellung des Hallenbades nur ein provisorischer Eingangsbereich errichtet
werden, was überhaupt keinen Sinn macht, denn der Eingangsbereich kann bei einem Kombibad, denn so lautet der
Entscheidungstext, auch zusammen betrieben werden, so dass kein personeller und baulicher Mehraufwand entsteht.
Bezüglich der veranschlagten Besucherzahlen kommt die nächste Überraschung, der Spagat zwischen den real
zu erwartenden Gästen und den von DuisburgSport angenommenen. Hier werden nur noch 20000 Besucher für die Öffnung während der
Freibadesaison prognostiziert, obwohl das langjährige Mittel bei 80.000 und in Spitzen bei 100.000 Besuchern lag.
Begründet wird dies mit der verkürzten Öffnungszeit und den möglichen Belästigungen während der Bauzeit.
Über eine
solche Begründung kann man natürlich jedes Objekt kaputt rechnen. Die Bürgerinitiative ist bei ihrer Betrachtung von
60000 Besuchern ausgegangen. Dies ist auch nach den früheren Angaben der Verwaltung für eine verkürzte Öffnungszeit realistisch
anzusetzen.
Der in der Vorlage angegeben Erlös von 20000 € musste von der Verwaltung auch korrigiert und als
Fehlaussage erklären werden, da hiermit nur die Mehreinnahmen durch die vorübergehende Eintrittspreiserhöhung gemeint
ist.
Zieht man diese Bilanztricks von den genannten Aufwendungen ab, so verbleibt nur noch ein Mehraufwand von 68000
€ pro Jahr.
In diesem Kalkulationsansatz sind auch die zusätzlichen Arbeitskräfte mit 40000 €
Jahresverdienst anteilig eingerechnet, obwohl diese Saisonkräfte höchstens die Hälfte kosten. Korrigiert man diese Kosten
entsprechend, so wird der Mehraufwand durch den Freibadbetrieb schnell zu Null. Dies ist das Ergebnis der Befragung von
DuisburgSport in der BV-Sitzung vom 11.10.07.
Dies ist eines der besten Beispiele, wie die
Veraltung durch entsprechende Zahlenspiele versucht, Entscheidungen zu beeinflussen.
Wir hoffen, dass die Duisburger Bürger dieses am 16. Dezember mit einem entsprechenden Votum für das Freibad
Toeppersee honorieren.
Reiner Friedrich
SPD Fraktionsvorsitzender
Bezirk Rheinhausen