Duisburg: Sterben wird zum Luxus

Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit legt uns der CDU Oberbürgermeister Sauerland eine Drucksache vor, die das Sterben teurer machen soll.
Die SPD Ratsfraktion lehnt die vorgeschlagene Gebührenerhöhung ab und schließt sich dem Antrag (Ablehnung der neuen Gebührenordnung) der Fraktion "Die Linke/Offene Liste" an. Ferner beantragt die SPD Fraktion, die Vorlage einer neuen Friedhofsgebührensatzung unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien:

Für Duisburg wird hier nicht über eine Kostenanhebung von ein paar € geredet, nein, es geht hier um Gebührenerhöhungen zwischen sage und schreibe 9 – 14 Prozent!
Und das nach der – gegen den Willen der SPD Fraktion - erst im Jahre 2005 beschlossenen Erhöhung der Friedhofsgebührensatzung um 10 Prozent.

"Ich frage Sie, meine Damen und Herren von der CDU und auch Sie Herr Gänzler, wo soll das noch hinführen?", fragt die SPD Ratsfrau Elke Patz.

Wird der OB Sauerland von Bürgern zu diesem Thema befragt, antwortet er:
"Er könne leider nicht anders handeln. Der Friedhofsbereich der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) sei defizitär und die Ausgaben der Stadt in diesem Bereich müssen durch die Gebühren gedeckt werden."

Diese Antwort ist aber nur die halbe Wahrheit.
"Ich kann Ihnen, Herr Dr. Greulich als verantwortlichen Dezernent und Herrn OB Sauerland nur sagen: Sie machen es sich damit zu leicht und handeln nicht verantwortlich im Sinne der Bürger unserer Stadt", so Elke Patz.

Und genau an dieser Stelle muss der umsichtige Kaufmann bzw. die Verwaltungsspitze hellwach werden und sich fragen:

"Orientiere ich mich eigentlich am Bedarf?"

Genau hier liegt der Knackpunkt in unserer Stadt:

Wir Sozialdemokraten lehnen das kategorisch ab!
Wir wollen nicht, dass die Bürger unserer Stadt ihre Angehörigen in fremden Städten beisetzen lassen müssen, weil sie eine Bestattung in Duisburg nicht mehr bezahlen können.


Wie schon in der Vergangenheit zeigt die SPD kreativ Wege auf und bringt diese auch in die Beratungen ein, nicht durch "Nein-Sager" wird die Politik bestimmt sondern durch handeln, so soll:

  1. versucht werden, durch Gebührensenkung der Duisburger Grabflucht entgegen zu wirken
  2. versucht werden, durch regionale Kooperation und eine Beteiligung der Duisburger Bestatter am Krematorium die Auslastung zu steigern
  3. die Gegebenheit bei Bestattungen in den Nachbargemeinden Oberhausen, Mülheim, Wesel, Dinslaken, Moers und Krefeld in die Überlegungen mit einfließen

Zur Darstellung der Gebührensteigerungen für Begräbnisse in Duisburg kann die folgende Excel Tabelle heruntergeladen werden. Hier finden Sie die Steigerungen von 2004 bis 2006 mit den dazugehörigen Prozentzahlen.

Neue Friedhofsgebühren für die Stadt Duisburg