Ist das geplante Kohlekraftwerk in Uerdingen noch zu verhindern?

Diese Frage interessierte die über 40 Teilnehmer der öffentlichen Mitgliederversammlung der SPD Rumeln-Kaldenhausen brennend. Tenor der Veranstaltung war dann auch, wenn nicht auf das Kraftwerk verzichten werden kann, dieses nicht mit Kohle sondern anderen Energieträgern zu betreiben.
Mit der SPD Ratsfrau Elke Patz und dem SPD Fraktionsvorsitzenden des Bezirks Rheinhausen, Reiner Friedrich konnte Hannelore Richter zwei Referenten begrüßen, die schon seit längerer Zeit tief im Thema stecken. Elke Patz referierte zuerst über das Planungsrecht, dem Gebietsentwicklungsplan und die Zuständigkeit des Regierungspräsidenten in Düsseldorf. Reiner Friedrich über die technischen Aspekte des Projekts.

Damit war die Grundlage für die teilweise sehr heftige Diskussion gegeben. Stutzig machte viele, dass die von Trianel Power-Projektgesellschaft beantragte Kraftwerksleistung, mit wahrscheinlich mehr als 850 MWatt, deutlich größer ist als die vom Chemiepark Uerdingen für einen sicheren Weiterbetrieb der Produktionsanlagen benötigten Energien.
Verbirgt sich da Torschlusspanik? Die EU Gesetzgebung führt ab 2012 verschärfte Bedingungen für Kraftwerke ein, Regelungen über CO2 Zertifikate werden die Zukunft bestimmen. In dieses Szenario passt genau die zurzeit in der Planungsphase befindlichen 35 Kohlekraftwerke in Deutschland, ein Schelm, der sich böses dabei denkt.
Besonders intensiv diskutiert wurde über die zusätzlichen Feinstaubbelastungen von geschätzten 5000 t pro Jahr und die Kühlung des Kraftwerks durch Rheinwasser. Der jetzt schon zu warme Strom würde ökologisch großen Schaden nehmen, wenn dies verwirklicht würde. Alles vor dem Hintergrund, dass die Luftbelastungen durch Industrie, Müllverbrennungsanlage und Sondermülldeponien bereits stark vorbelastet ist.

Besucht wurde die Veranstaltung auch von Mitgliedern der örtlichen Bürgerinitiative (BI) "Saubere Luft" und dem "Niederrheinischen Umweltschutzverein"" (NU). Durch die Beiträge und Anregungen der Mitglieder der BI und des NU stellte sich schnell heraus, dass das gemeinsame Ziel dem der SPD Rheinhausen entspricht und es wurde beschlossen in der Sache zusammenzuarbeiten um das Ziel, die Luftbelastung in unserer Region zu verringern, möglichst kurzfristig zu erreichen.