Stellungnahme der SPD zur Müllverbrennungsanlage Krefeld

Wenn die Menschheit so weiter macht, den Ausstoß von Treibhausgasen nicht vermindert, dann sieht die Zukunft des Menschen schlecht aus.
Umwelt-Technik aus Deutschland kann zur Gesundung des Planeten beitragen, sie muss nur eingesetzt werden. Wenn nun bekannt wird, dass in einem bereits hoch belasteten Gebiet eine Müllverbrennungsanlage ihre Verbrennungskapazität verdoppelt, dann kann hier etwas nicht stimmen. Die betroffenen Bürger werden durch zusätzliche 50000 t/Jahr Schlacke und 7000 t/Jahr Filterstäube belastet, nicht zu vergessen das, was aus dem Schornstein kommt; eine Verdoppelung der Abgasvolumenströme auf 480000 Nm3 Normkubikmeter, mit den entsprechend höheren Frachten an Feinstäuben, Schwermetallen usw.
Fakten und Daten zur Müllverbrennungsanlage Krefeld

In einer Informationsveranstaltung der Müll- und Klärschlamm-Verbrennungsanlage (MKVA) Krefeld, die vom SPD Bezirksvertreter Manfred Krossa besuchte wurde, erläuterte der Betriebsleiter Herr Dr. Mützenich die Vorteile der geplanten Erweiterungen.
Einer Modernisierung der MKVA wird von der SPD nur bei Beibehaltung der bisherigen Durchsatzmengen zugestimmt (keine dauerhafte Erweiterung).
Ziel muss es sein, eine Verbesserung der Emissionssituation, das was aus dem Schornstein kommt, vorzuschreiben, damit die Imissionsgrade, das, was wieder auf die Erde fällt, im Wohnbereich der Bevölkerung drastisch gesenkt werden. Es muss endlich gehandelt werden, damit die Gesundheit und die Lebensqualität verbunden mit der Senkung der klimaschädigenden Emissionen Wirklichkeit wird.
Nachhaltigkeit darf kein häufig benutztes Wort bleiben, Nachhaltigkeit muss umgesetzt werden.

Der Vortragende wies sehr häufig auf die besonders positive Ökobilanz der MKVA hin.
Hier muss festgestellt werden, dass eine etablierte Bilanzierung missbraucht wird, um die Erweiterungen der Müllverbrennungsanlage zu rechtfertigen.
Positiv hervorgehoben wurde hier zum Beispiel die neue Trockenfilteranlage, die nur dadurch in der Ökobilanz gut bewertet wird, weil es große Einsparungen an Strom und Wasser gibt.
Die allgemeine Filterwirkung stellt keinen Fortschritt gegenüber der bestehenden Nassfilteranlage dar.

Auch die längeren Laufzeiten der Kessel mit deutlich geringeren Serviceintervallen schlägt sich hier positiv nieder, ohne der Umwelt zu nutzen, wie es ja Ziel der Ökobilanz ist.
Des Weiteren wird die Ökobilanz missbraucht, um die Vorteile der Verstromung des überschüssigen Dampfs darzustellen. Alle Vergleiche werden anhand der bestehenden MKVA’s durchgeführt.
Wenn hier mit einem Verstromungswirkungsgrad von 20% bessere Werte erzielt werden als bei anderen Anlagen, wäre die Ökobilanz positiv. Selbst alte Kohlekraftwerke besitzen hier deutlich bessere Daten.

Es ist also noch vieles im Argen. Die SPD Fraktion Rheinhausen versucht mit all ihren Mitteln, diese Entwicklung entgegenzutreten, so dass es für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger besser und nicht schlechter wird.