Nachdem bekannt wurde, dass Trinkwasser aus der Ruhr mit hohen PFT (Perfluorierte Tenside)
Konzentrationen belastet sind, wurde die Quelle der Ursache gesucht. Die
Nachforschungen ergaben, dass die hohen Belastungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgehen.
Zwingend im Verdacht stehen Dünger, die von den Landwirten auf die Felder gebracht wurden.
Dieser Zusammenhang hat die SPD Fraktion veranlasst, der Verwaltung einen umfangreichen
Fragenkatalog vorzulegen, um klären zu lassen, ob vergleichbare Belastungen im Bezirk
Rheinhausen vorliegen.
Der ländliche Charakter des Bezirks Rheinhausen, mit seinen
landwirtschaftlichen Nutzflächen könnte auch mit PFT belastet sein, denn es ist
bekannt, dass die vorliegenden Flächen auch gedüngt bzw. mit Schlämmen versetzt werden.
Schlimm ist, dass auch
im Bio-Kompostdünger und im Trinkwasser PFT gefunden wurde. Diese biologisch nicht abbaubaren
Substanzen sind z.B. in Teflon enthalten, oft werden sie als Weichmacher des Teflons
bezeichnet, auch bei den bekannten Pfannenbeschichtungen. PFT gehört zu den polaren Substanzen,
das heißt, es verhält sich wie viele kleine Magnete und kann sich an andere Stoffe anlagern. Dies wird bei der
Produktion von Papier und Textilien ausgenutzt. Dabei werden die PFT Moleküle so
angeheftet, dass ihre wasserabweisende Seite nach außen weist.
Das Einsatzgebiet ist, wie man sieht
riesig und die Gesundheitsgefahren sind nicht durchgängig untersucht.
Nachdem lange Zeit
sorglos mit der Chemikalie umgegangen ist, gibt es mittlerweile niedrige Grenzwerte, die im
Beispiel Sauerland massiv überschritten wurden. PFT steht im Verdacht, Krebs auszulösen und ist zudem
giftig.
Die Verunreinigungen der Umwelt haben, durch den weit verbreiteten Einsatz in der Industrie,
stark zugenommen. Die Einhaltung der neuen Grenzwerte muss daher mit allen Mitteln durchgesetzt werden, damit
Gefahr von der Bevölkerung abgewandt wird.
Scheint sich hier eine Geschichte zu wiederholen? War es nicht
bei dem PCB ebenso? Erst eine hochgelobte Chemikalie (auch ein Weichmacher), in großen Mengen eingesetzt,
muss sie heute aufgespürt und aus der Umwelt mit hohen Kosten entfernt werden.
Die Entwicklung von neuen
Stoffen muss endlich auch die gesundheitliche Prüfung einschließen, bevor in großen Mengen produziert wird.
Nacher ist man immer schlauer sagt der Volksmund – hier wird es Zeit, diese alte Weisheit umzukehren.
Hier die Fragen der SPD Fraktion an die Verwaltung im Einzelnen: