Stellungnahme der SPD zur offiziellen Darstellung der Stadt Duisburg zum Bürgerentscheid zum Weiterbetrieb des Freibades Toeppersee

Die Verwaltung behauptet, dass die bereitgehaltenen Wasserflächen in Duisburg überproportional gegenüber dem Bundesdurchschnitt und somit eine Spitzenstellung in Deutschland einnehmen.
Die Verwaltung hat diese Behauptung schon in der Vorlage zum Bäderkonzept aufgestellt. Schon in der damaligen Diskussion wurde der Verwaltung nachgewiesen, dass diese Statistik von der Verwaltung falsch dargestellt und falsch sei, da hier Hallen und Freibäder zusammen gefasst sind, aber die Naturschwimmbäder nicht berücksichtigt wurden. Dieses wurde von der Verwaltung zugestanden. Die dann veränderte Statistik ergab, dass Duisburg in keiner Weise mehr eine Spitzenposition einnimmt, sondern nur noch geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Die Verwaltung behauptet, dass man den steigenden Kosten nur durch Schließung und Leistungsreduzierung begegnen kann und führt die Kosten von Hallen und Freibädern an.
Hier kann man nur sagen, dass man mit Statistik, je nachdem wie man sie wählt, vieles darstellen kann. So kostet ein Freibad nach Aussage der Verwaltung 3076 € pro Tag und ein Hallenbad 2285 €. Somit ist ein Hallenbad wesentlich billiger pro Tag, die Differenz beträgt 791 € pro Tag. Verkürzt man aber die Öffnungszeiten des Freibades auf die Zeiten, in denen dass Freibad entsprechende Besucherzahlen hat, so liegen dann die Kosten für das Freibad unterhalb der Kosten für ein Hallenbad pro Tag. Baut man die Statistik anders auf und ermittelt die Kosten für einen Badbesuch, so betragen diese Kosten dann 4 € für einen Badbesuch im Freibad und rund 8 € für einen Badbesuch im Hallenbad, weil während der Öffnungszeit des Freibades dort genau so viele Badbesucher sind, wie das ganze Jahr über im Hallenbad. Für ein Kombibad, wie es am Toeppersse gefordert wird, werden keine Kosten genannt. Denn bei einer angepassten Betriebsweise kann ein Kombi, entweder Hallenbad oder Freibad geöffnet, wesentlich günstiger arbeiten, dann die hohe Zahl an Badegästen kommt nur für einen kurzen Zeitraum im Sommer zustande. Die Anpassung der Beckentemperaturen kann so optimaler gesteuert werden und das Bad kann mit fast gleichen Personalstand gefahren werden. Jeder Bäderfachmann sagt heute, dass die Zukunft beim Betrieb der Kombibäder liegt. Nur die Duisburger Fachleute scheinen das anders zu sehen. Denn denkt man auch mal über Attraktivitätssteigerung und Angebotsverbesserung nach, so kommt man zu einer positiveren Bilanz.

Die Verwaltung behauptet, alle Bezirke müssen gleich und gerecht behandelt werden.
Wenn es denn so wäre, wäre es schön. Nur ist das Toepperseebad sicherlich nicht als rein bezirkliche Angelegenheit zu betrachten. Denn der Bereich Toeppersee wird selbst gemäß Ratsbeschluss als gesamtstädtisches Interesse betrachtet. Das Toepperseebad hat einen Einzugsbereich, der weit über Rheinhausen hinaus geht und ist alleine aufgrund seiner Ausstattung ein Bad für alle Duisburger Bürger, vor allem mit seinem Anziehungspunkt, dem großen Wellenbad. Wenn die Verwaltung behauptet, dass Toepperssebad wäre eine rein bezirkliche Einrichtung, dann hätte sie das Bad Mattlerbusch in dem Bäderkonzept sicherlich auch so einstufen müssen, dessen Einziehungsbereich auch über den Bezirk hinaus geht.

Die Verwaltung behauptet, dass das Toepperseebad eines der defizitärsten Bäder in ganz Duisburg ist und eine wirtschaftlichere Betriebsweise nicht möglich ist.
Ferner stellt die Verwaltung auch fest, dass das Bad schon 31 Jahre alt ist, die gleiche Verwaltung hat auch bestätigt, dass sich das Bad noch in einem einwandfreien Zustand befindet und hat auch noch vor zwei Jahren das komplette Beheizungssystem erneuert. Wie schon dargestellt, lässt sich durch eine kombinierte Fahrweise, entweder Hallenbad oder Freibad mit energieoptimierter Fahrweise, ein erheblicher Kostenvorteil erwirtschaften. Zusätzlich würde sich durch dieses Angebot die Zahl der Badbesucher und damit auch die Einnahmen erheblich erhöhen. Das Freibad Toeppersee wurde in den letzten Sommern von bis zu 1oo.ooo Badegästen besucht. Durch die Hinzuziehung weiterer Attraktivitäten im Außenbereich könnte die Einnahmenseite weiter verbessert werden. Diese Investitionen könnten auch durch Private getätigt werden. Übrigens die Behauptung, dass Schulen und Vereine durch diese Maßnahmen betroffen wären, ist in keinster Weise zutreffend, denn diese können das Hallenbad ungehindert weiter benutzen, da sie die Aufsicht selbst stellen.

Die Verwaltung prahlt mit der Konzeption des neuen Hallenbades und der Möglichkeit zur Errichtung eines Naturschwimmbades.
Wäre die Konzeption des Bäderkonzeptes der Verwaltung umgesetzt worden, wäre das neue Hallenbad ein reines Sportbad geworden, ohne jegliche Attraktivität für die Bürger. Erst durch die massiven Einwände der Bezirksvertretung Rheinhausen kam es zu dieser Neukonzeption, bei der sich nun die Bürger und der Sport wieder finden können. Das erwähnte Natusschwimmbad hätte ja kurzfristig gebaut werden können. Bis heute liegt noch nicht einmal das Ergebnis vor, ob die Tegge überhaupt aufgrund ihrer Größe für ein solches Schwimmbad geeignet ist. Die Kosten für die Errichtung dieses Bades stehen derzeit auch nicht zur Verfügung.

Die Verwaltung behauptet, in Rheinhausen gibt es mit dem Kruppsee eine ausreichende Freibadekapazität.
Der Kruppsee ist maximal für eine Freibadekapazität von 3000 Besuchern geeignet. An warmen Tagen sind im Kruppsee schon über 4000 Besucher. An solchen Tagen benutzen das Toepperseebad mehr als 8000 Besucher. Wenn die alle zum Kruppsee sollen, wird man dort nicht mehr ans Wasser kommen und die Liegewiese wird stundenweise vermietet.

Zu den Kostenangaben der Verwaltung kann folgendes gesagt werden:
Nach den Angaben der Verwaltung würden sich die Kosten für den Weiterbetrieb des Freibades auf rund 200.000 € pro Jahr belaufen. Hierin sind eingerechnet rund 50.000 € über fünf Jahre für den Abbruch des Bades. Diese Summe wurde aber schon bei den Investitionskosten für das Hallenbad gespart und es besteht kein Beschluss, das Freibad nach fünf Jahren abzureißen. Also könnte man hier nur noch mit 150.000 € Betriebskosten rechnen. In Ihrer Rechnung hat die Verwaltung auch nur 20.000 Badegäste für das Freibad eingerechnet. In den letzten fünf Jahren sind im Mittel rund 80.000 Badegäste ins Freibad gekommen. Legt man nur diese Zahl zu Grunde, so wären alleine das Mehreinnahmen von rund 120.000 €. Des Weiteren hat die Verwaltung für zusätzliches Personal beim Betrieb des Freibad Vollkosten eingesetzt. Da dieses Personal nur Zeitverträge für die Sommermonate bekommt, kann man hier auch nur die reinen Lohnkosten zuzüglich gesetzlicher Abgaben zum Ansatz bringen. Es entstehen auch keine zusätzlichen Overheadkosten, denn hierfür wird kein Personal mehr eingestellt. Fügt man die sonstigen Synergien und mögliche Erlöse aus privatwirtschaftlichen Tätigkeiten hinzu, erkennt man, dass der Betrieb des Kombibades insgesamt wirtschaftlicher ist, als nur ein Hallenbad zu betreiben.