Erhöhung der Geldleistungen für Tagespflegepersonen, die vom Jugendamt entlohnt werden

Die Geldleistungen und die Aufwandsentschädigungen der Tagesmütter und Tagesväter, die vom Jugendamt entlöhnt werden, liegen in Duisburg in einem Bereich, der nicht den Leistungen und dem Erziehungsauftrag entsprechen. Die Bezirksvertretung Rheinhausen bittet daher den Jugendhilfeausschuss, den Betrag so zu erhöhen, dass er leistungsgerecht ist und sich an den Beträgen ausrichtet, der vom Bundesverband für Kindertagespflege empfohlen wird.

Der Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem für die unter Dreijährigen, ist eine der zentralen Aufgaben einer Kommune. Hier hat sich unter anderem das Modell der Tagespflege durchgesetzt. In Duisburg werden seit einem Jahr die Tagesmütter und Tagesväter durch die Qualifizierung in einem 160 Stunden Lehrprogramm geschult (kostenpflichtiger Kurs bei der VHS oder anderen Einrichtungen).

Zitat (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend):
Die Einnahmen einer selbstständigen Tagesmutter, die aus öffentlichen Mitteln durch das Jugendamt finanziert werden, setzen sich zusammen aus einer Geldleistung für die Förderung und Betreuung der Kinder und der Aufwandsentschädigung für die Betriebskosten. Die Aufwandsentschädigung soll die Kosten für Verpflegung und Spielbedarf, anteilig auch die Nebenkosten wie Miete, Strom, Wasser, Müll und Heizung decken, also Kosten, die der Tagesmutter in der Kindertagespflege tatsächlich entstehen. Deshalb ist die Aufwandsentschädigung nach übereinstimmender Ansicht der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nicht als Einkommen zu werten. Hinzu kommen der freiwillige Rentenbeitrag sowie die Erstattung der Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung.

Die Leistungen der Kommunen sind dabei sehr unterschiedlich, aber Duisburg hat mit 282 Euro die rote Laterne.
So werden z.B. bei mehr als 35 Wochenstunden:

in Moers (seit 2006)
397 Euro
in Oberhausen (seit 2005)
493 Euro
in Düsseldorf (seit August 2008)
720 Euro,

gezahlt.

Die in Duisburg durch das Jugendamt gezahlten Geldbeträge decken fast nur den reinen Sachaufwand. Der im Gesetz verankerte Erziehungsbeitrag für die Förderung und Betreuung der Kinder fehlt, weil die Geldbeträge seit Jahren nicht angepasst wurden.

Wenn eine Tagesmutter oder ein Tagesvater bis zu fünf Kindern erzieht, betreut und fördert, ist das kein Hobby, sondern schwere Arbeit, auch wenn sie Freude macht.
Diese Arbeit muss auch entsprechend entlohnt werden.


Die Bezahlung gemäß der Empfehlung des „Bundesverbandes für Kindertagespflege“ basiert bei dem Erziehungsbeitrag für die Förderung und Betreuung der Kinder auf dem TVÖD und erreicht bei Einbeziehung der Kostenerstattung der vom Finanzamt anerkannten Betriebskosten (300 Euro pro Monat) ca. 700 Euro pro Monat und Kind.

Daher bittet die Bezirksvertretung Rheinhausen den Jugendhilfeausschuss, die Geldbeträge für Tagespflegepersonen angemessen zu erhöhen.