Naturbad an der Tegge: Eine Erfolgsgeschichte von DuisburgSport?
von SPD Ratsherr Reiner Friedrich, Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Rheinhausen (26.02.2010)

Mit ihrer Darstellung zur Errichtung einer Freizeitanlage (Harryland) mit Naturschwimmbad an der Tegge in Duisburg Rheinhausen beschönigt DuisburgSport die Ausgangssituation in ihrem aktuellen Wirtschaftsplan. Dort ist zu lesen, dass zur weiteren Planung ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss.
Nicht das jetzt vorgestellte große Vorhaben macht erst einen Bebauungsplan erforderlich, sondern bereits die ursprüngliche Planung zur Errichtung eines Naturbads Tegge mit ein paar weiteren Freizeitaktivitäten. Zumindest eine Änderung des gültigen Bebauungsplanes Nr. 9 der ehemaligen Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen hätte durchgeführt werden müssen, denn für die geplanten Eingriffe, wie z.B. Veränderung der Wegebeziehungen, wäre eine zusätzliche Genehmigung nach dem Landschaftsschutzgesetz erforderlich gewesen. Zusätzlich hätte, durch die Nutzung der Tegge als Badegewässer, eine Genehmigung nach dem Wasserhaushaltsgesetz beantragt werden müssen. Das alles geht natürlich nicht ohne die entsprechenden Fachgutachten!

Durch mehrere Anfragen und Anträge hat die SPD in der Bezirksvertretung Rheinhausen auf diesen Sachverhalt hingewiesen.
DuisburgSport hat nicht reagiert, bis heute wurde nichts beantragt oder in Auftrag gegeben.
Beim Vorhaben Harryland kann es sogar sein, dass ein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist. Auch die für solche Planungen notwendige Umweltverträglichkeitsvorstudie wurde bisher nicht durchgeführt.
Eine Überarbeitung der festgeschriebenen Ziele des Gesamtfreizeitkonzeptes für den Toeppersee wäre ebenfalls erforderlich. Es liegt auf der Hand, dass bei solchen Planänderungen mit dem Widerstand der Anwohner zu rechnen ist, denn dieser wurden ja bereits angekündigt.
Wie dann ein solches Verfahren ausgeht, kann man zurzeit nicht beurteilen, da noch keine belastbaren Planungen auf dem Tisch liegen.
Da das Toepperseegebiet nicht nur von Harryland genutzt werden würde, sondern im Sommer vielen Bürgern zur Freizeit und Erholung dient, müssen noch viele Fragen geklärt werden, denn die vorhandenen Parkplätze und Zufahrten wären nicht nur für Harryland da.
Hierfür müsste eine eigene Infrastruktur in Teilbereichen geschaffen werden, deren Lösung bisher nicht bekannt ist und die der Investor bisher auch nicht in seiner Kalkulation berücksichtigt hat.
Zu glauben, dass das alles innerhalb dieses Jahres gelöst werden könnte, entbehrt jeglicher Realität.
Wenn man den Aussagen der Verwaltung und DuisburgSport glauben könnte, dann müsste an der Tegge schon seit mehr als zwei Jahren ein Naturbad vorhanden sein. Bei Schließung des Freibades Toeppersee hieß es doch, dass das Naturbad Tegge spätestens ein Jahr nach Schließung des Freibades zur Verfügung stehen könnte.

Fakt ist aber:

Zu allen Übel soll jetzt auch noch das Freibad Kruppsee geschlossen werden.
Welch eine Freude für die Rheinhauser Bürger!!