In einer gemeinsamen Veranstaltung des SPD Bezirksverbands und der Bürgerinitiative (BI) Saubere Luft e.V. wurde von dem
Mitglied der BI und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Regionalrat Düsseldorf Claudia Leiße, der
aktuelle Sachstand zur Planung eines neuen Kohlekraftwerks in Uerdingen vorgestellt. Zwar, so Claudia Leiße,
würde bei den von Trianel nachgebesserten Konzept mit einer geringeren Leistung argumentiert, doch die Belastungen für die
Bürgerinnen und Bürger vermindert sich dadurch kaum. Weder die neu ins Programm aufgenommene Einhausung des Kohlenlagers,
noch die Verbesserung der Kraft-Wärme-Kopplung, können hier überzeugen.
Die Betriebsdaten des Kohlekraftwerks sind gigantisch, so würde der Kessel 277 t Kohle pro Stunde
verbrennen. Damit hier keine Einschränkung des Dauerbetriebs eintritt, muss ein Kohlelager von sage und schreibe
280000t Volumen erstellt werden. Ein Güterwagon fasst 58 t, so dass pro Stunde fast 5 Kohlewagons für den Transport
benötigt werden. Der Kamin mit 140 m Höhe, die Kühlung über Rheinwasser und die Betriebsfläche von 15 ha
sprechen ebenfalls deutliche Zahlen.
Und, was unten reingeht, muss oben wieder rauskommen, in Form
von klimaschädigenden Gasen, Schwermetallbelastung und natürlich jeder Menge Feinstaub.
Mit den vorgestellten
Planungen wäre auch ein Verbrennen von Sondermüll möglich. Bei Störfällen wären die Belastungen nicht
mehr kalkulierbar.
Was soll der geplagte Bürger in unserer Region noch alles aushalten?
Da wir in unserer energiebetonten
Industrie nicht auf Kraftwerke verzichten können, so Claudia Leiße, muss die saubre Alternative ´Gaskraftwerk
favorisiert werden. Nicht nur, dass die Erstellungskosten nur die Hälfte eines vergleichbaren Kohlekraftwerks betragen,
auch der CO2 Ausstoß verringert sich mit 350 g/KWh auf die Hälfte. Der Wirkungsgrad eines solchen
Kraftwerks würde mit 90% einen Wert erreichen, der mit einem Kohlekraftwerk nie zu schaffen wäre. Feinstaub tritt nicht auf
und auch nicht die schädlichen Schwermetalle.
Zwar wird die Kohle gegenüber Gas noch begünstigt, aber rechnet
man mit der Ökobilanz, so würde bei einer Betriebsdauer von mindestens 40 Jahren das Gaskraftwerk
deutlich besser abschneiden.
Unsere nachfolgenden Generationen würden bei einer Entscheidung für ein Gaskraftwerk deutlich profitieren.