Kanadische Wasserpest: Natürlich kann die Politik nicht gegen Naturgewalten an
von Reiner Friedrich, SPD Fraktionsvorsitzender Rheinhausen (04.08.2009)

In einem Presseartikel nahm der Stadtdirektor und Umweltdezernent der Stadt Duisburg, Dr. Greulich, Stellung zur Verkrautung des Toeppersees in Rheinhausen. Natürlich ist die Aussage von Herrn Dr. Greulich richtig, dass die Politik nicht gegen Naturgewalten an kann, schon gar nicht gegen die Kanadische Wasserpest, denn die Politik ist kein ausführendes Organ und ist auch nicht operativ tätig. Aber seit mehr als vier Jahren weist die SPD-Fraktion auf das Problem der Verkrautung im Toeppersee hin. Die erste Aussage des Umweltamtes lautete „gar nicht so schlimm“, bis festgestellt wurde, dass von den dichtbewachsenen Wasserpflanzen eine Gefährdung für die Seenutzer ausging.
Nun mussten die Ursachen erforscht werden, um anschließend Gegenmaßnahmen vorzuschlagen. Die logische Folge war dann, Gelder im Haushalt der Stadt Duisburg einzustellen, um den Toeppersee zu retten. Bis hierhin war das Verhalten der Verwaltung korrekt und nachvollziehbar, doch nun wird der Versuch unternommen, das im Haushalt eingestellte Geld nicht ausgeben zu müssen. So, wie es aussieht, gibt es aber noch weitere Verzögerungen, denn es soll nun erst ein Antrag auf Förderung gestellt werden, der im Vorfeld der Politik und den Betroffenen bereits zugesagt war. Der Antrag hätte längst gestellt werden können und zwar für den Maximalfall im Kampf gegen die Wasserpest, der weiteren Auskiesung.

Der Toeppersee soll dem Freizeitsport und der Erholung dienen, dass fordern die Bürger und vor allem die ansässigen Vereine seit langem und genau dies entspricht auch dem städtischen Planungskonzept.
Um ihre Interessen wahrzunehmen, hatten die Vereine vor drei Jahren einen Bürgerantrag nach § 24 der Kommunalverfassung NRW gestellt, der bis heute nicht abschließend beschieden ist.

Aber mit der Einhaltung der Verfahren nimmt es die Verwaltung nicht so genau, denn vor kurzem wurde ein Antrag nach § 24 schon durch die Verwaltung beantwortet, obwohl er noch gar nicht durch die zuständigen Gremien beschlossen wurde.

Sehr wahrscheinlich will das Umweltamt die Konzeption für den Toeppersee ändern, denn wenn weitere Jahre ins Land gehen, ohne auf die Wasserpest zu reagieren, wird aus dem See ein Hochmoor.
Für diesen Fall müssen dann aber die stadtplanerischen Ziele für dieses Gebiet überdacht und das Freizeit- und Naherholungsgebiet in ein Naturschutzgebiet geändert werden.

Jetzt muss endlich gehandelt werden.
Selbst Frau Bezirksbürgermeisterin Gottschling hat beim Jubiläum der Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen (WRK) noch verkündet, dass jetzt im Haushalt 500.000 € für erste Maßnahmen zur Verfügung stehen.
Die Freude dauerte aber nur kurze Zeit, denn wenige Tage später wurde diese Aussage vom Umweltdezernenten Dr. Greulich dementiert, dass Geld steht nun nicht mehr zur Verfügung.


Die SPD fordert, dass jetzt endlich gehandelt werden muss, dass ist die Stadt den betroffenen Vereinen und Bürgern schuldig.
Das Spiel mit der langen Bank führt dazu, dass die Folgekosten stetig steigen und die Vereine und Bürger ihre Sport-, Freizeit- und Naherholungsmöglichkeiten verlieren.
Die Existenz der Vereine steht auf dem Spiel, denn wenn weder Boot, Surfbrett noch Angel benutzt werden kann, haben auch die treuesten Mitglieder mal die Nase voll und verlassen ihren Verein.