von Manfred Krossa, stellv. SPD Vorsitzender Bezirksfraktion Rheinhausen
Der Winter, vor allem mit seinen zurzeit tiefen Temperaturen führt zu teilweise sehr langen Verzögerungen und Wartezeiten bei
Fahrten mit S-Bahn oder Regionalexpress. Es stimmt zwar, dass die feinfühlige Technik mit tiefen
Temperaturen ihre Probleme hat, doch es gibt einige Punkte, die unabhängig vom Wetter zu großem Ärger führen und für den Fahrgast oft
sehr lästig sind. Im Besonderen die Enge in den Zügen. Jetzt, wo die Schulferien zu Ende sind,
weiß jeder, dass die Fahrgastzahlen ansteigen, nur die Planer bei BahnAG offensichtlich nicht.
Der arme Pendler, der in der Kälte auf dem Zug wartet, fragt sich, ob er überhaupt weiterkommt, denn gerade zu Spitzenzeiten
fährt die BahnAG, zum Beispiel auf der Strecke Duisburg nach Xanten, nur mit einem Triebwagen. Schafft
der Pendler es, sich zu den bereits eng aneinander stehenden Fahrgästen einzuordnen, beginnt sein Trauma, denn er hat in der Regel
keine Möglichkeit sich festzuhalten und ist den Unbilden der Strecke ausgeliefert.
Wären Tiere zu transportieren, dürfte der
Zug das Gleis nicht verlassen, denn diese Enge verstößt gegen das Tierschutzgesetz!
Durch die bereits überfüllten Züge wird an jedem Haltepunkt zusätzliche Zeit benötigt, um die nach
innen drängenden Fahrgäste noch unterzubringen. Die sich so addierenden Zeiten führen bei Reisenden
mit Anschlusswunsch zu weiteren Verspätungen, denn der Übergang wäre nur zu schaffen, wenn der gewünschte Zug ebenfalls Verspätung
hätte.
Aber das Phänomen hat jeder schon einmal erlebt:
man sieht den gewünschten Zug das Gleis verlassen, wenn man
gerade einfährt.
Ein großes Ärgernis stellen auch die defekten Weichen und Signalanlagen dar. Wieder als
Beispiel die Strecke Duisburg nach Xanten. Hier gibt es in Höhe des Rheinhauser Bahnhofs eine Weiche,
die bereits seit mehreren Jahren störanfällig ist. Führt sie in milden Zeiten schon zu Ärger, wird
sie im Winter zur Geduldsprobe und Last. Hier hilft dann nur die eingleisige Verkehrsführung mit den
entsprechenden Wartezeiten. Diese könnten dann mit Leichtigkeit in den Stundenbereich expandieren.
Gleiches gilt auch für die Signalstörungen; seit langem bekannt, wird hier nicht erneuert, sondern der
Missstand verwaltet und durch Reparaturen gemildert.
Ein Unternehmen, wie die BahnAG muss als Dienstleister
alles dransetzen, den Kunden die Leistung zu bieten, für die er bezahlt hat.
Die Nutzer des
Nahverkehrs sind keine Menschen zweiter Klasse, sie haben ein Anrecht auf pünktliche, verlässliche Fahrpläne und genügend Platz, um
nicht abgekämpft und verärgert das Ziel zu erreichen.
Wie gerne erinnert man sich noch an den Werbeslogan der
BahnAG:
„Alle reden vom Wetter, wir nicht“.