Den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Rheinhausen wurde mit einer
Mitteilungsvorlage eröffnet, dass die Firma Klösters im Krefelder Hafen ein Zementwerk bauen will.
Nicht nur, dass in einem industriell hoch belasteten Gebiet ein zusätzlicher Emittent entstehen soll, soll hier
auch noch Sondermüll verbrand werden und zwar 90 Prozent des Heizmaterials.
Geschlossen stimmten alle Mitglieder der BV gegen die Planungen für eine derartige Anlage,
da zu erwarten ist, dass ein großer Teil der Emissionen im Bezirk Rheinhausen landet.
Geplant ist, über einen 113 Meter hohen Kamin die Schadstoffe an die Umgebung abzugeben. Nach den
zurzeit laufenden Planungen für ein neues Kohlekraftwerk und die Erweiterung der Müllverbrennungsanlage
in Krefeld Uerdingen, wird nun ein neues Kapitel der Luftverschmutzung aufgeschlagen.
Hier muss die Stadt Duisburg als unmittelbarer Nachbar alle Kraft einsetzen, den Bau dieses
Zementwerkes zu verhindern.
"Das Werk sei eine „verdeckte Sondermüll-Verbrennungsanlage”, sagt Bezirksvertreter Manfred Krossa
, "denn für die Verbrennung von Kalksandstein, der als Basis für die Produktion dient, ist viel Energie
nötig". Was dabei in den Ofen kommen soll, setzt sich zu 90 Prozent aus problematischen
Abfällen zusammen.
Genannt werden hier:Lösungsmittel, Altreifen, Altöl und
nicht mehr verwertbare Kunststoffe.
Fast die Hälfte der zu verbrennenden Abfälle (40 Prozent
) sind als gefährlich eingestuft.
Pro Jahr sollen 1,7 Millionen Tonnen
Zement hergestellt werden! Ein Großteil der über 7000 Tonnen/Tag sollen mit LKWs transportiert
werden, weitere zusätzliche Belastungen für die Umwelt.
Interessant ist immer wieder, dass emissionsreich Anlagen gerade in Gebieten mit hoher
Luftverschmutzung geplant werden, denn hier ergeben sich, bei der bereits vorhandenen Grundbelastung, statistisch nur
geringe prozentuale Mehrbelastungen. Die reale Ausstoßmenge an Schadstoffen wie Stickstoffdioxid, CO2 und Stäuben ist
aber beträchtlich. Durch die Hauptwindrichtung würde ein großer Anteil dieser Zusatzbelastung Rheinhausen treffen.
"Neben der Umweltbelastung ergibt sich hier auch noch ein wirtschaftlicher Aspekt",
so Bezirksvertreter Manfred Krossa, "denn Krefeld streicht die Gewerbesteuer ein und wir bekommen den
Dreck. Er steht dafür, dass "alles Mögliche getan werden muss, um diese Anlage zu
verhindern".