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Stellungnahme der SPD Fraktion Rheinhausen zur Vorlage „Berichterstattung zur Senioren- und Pflegeplanung“

von Manfred Krossa, SPD Fraktionsvorsitzender Rheinhausen (21.05.2013)

In der Mai Sitzung der Bezirksvertretung Duisburg-Rheinhausen wurde von der Verwaltung eine Berichterstattung zur Senioren- und Pflegeplanung vorgelegt. Die SPD Fraktion Rheinhausen dankt der Verwaltung für diese ausführliche Vorlage zur Situation der Senioren- und Pflegeplanung, so der SPD Fraktionsvorsitzende Manfred Krossa. Im Bericht wird deutlich dargestellt, dass es in Duisburg genügend stationäre Pflegeplätze gibt. Es gibt keine Wartezeiten mehr, selbst der Wunsch nach einer Kurzzeitpflege kann in absehbarer Zeit erfüllt werden. Trotz einer Auslastung von ca. 96 Prozent gibt es weiterhin Investoren, die diesen Sachstand nicht aufnehmen, dies gilt auch für Planungen in unserem Bezirk Rheinhausen.
Durch ihr breitgefächertes Angebot wird Duisburg als altersfreundlich eingestuft. Trotzdem werden aber zusätzliche altengerechte Wohnungen benötigt. Notwendig sind barrierefreie Wohnungen, generationsübergreifendes Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaften, die stadtteilzentrennah liegen. Ein wichtiges Planungsziel für die Zukunft, welches auch in „Duisburg 2027“ eingearbeitet werden muss.

Zur Vernetzung der Pflegestrukturen ist ein Arbeitskreis Pflegeplanung gegründet worden, der die Pflegeangebote koordinieren und die einzelnen Einrichtungen miteinander verknüpfen soll. Vor allem der Übergang von pflegebedürftigen Personen zum und vom Krankenhaus muss dringend geregelt werden, denn es gibt häufig Defizite bei der Pflege in der Klinik, vor allem für demente Kranke. Trotz der Dringlichkeit hat es bisher keine Übereinkunft zwischen den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen gegeben.
Der „Runde Tisch Gesundheit Rheinhausen“, der in der Bezirksvertretung Rheinhausen gegründet wurde, hat genau solch eine Zusammenarbeit zum Ziel, erklärt Manfred Krossa. Mit einem abgestimmten Case-Management und dem nötigen Controlling ließe sich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessern. Mit dem Case Management soll die Abstimmung und Koordination zwischen einer stationären und ambulanten Behandlung geregelt werden. Hierzu müssen alle ärztlichen, pflegerischen und administrativen Beteiligten eingebunden werden, damit die Pflege auf gleichem Niveau weitergeführt werden kann. Hier sind noch einige dicke Bretter zu bohren.

Im Bereich der stationären Pflege findet zurzeit ein Umdenkprozess statt, weg von den Heimen hin zu Wohnhäusern für Pflegebedürftige. Alten-WGs und das Bielefelder Modell zeigen, dass dieser Ansatz hervorragend funktioniert. Gut ist auch der Weg, die Pflegeheime wohnlich so zu gestalten, dass die Krankenhausatmosphäre verschwindet. Auch Wohngemeinschaften, die innerhalb der Einrichtung Häuslichkeit vermitteln, haben sich bewehrt und werden von den Bewohnern gut angenommen.

Bekannt ist auch das große Problem, Seniorinnen und Senioren zu erreichen, die sich abgekapselt haben. Mit Hilfe der Stadtteil-Sozialarbeit muss versucht werden, Kontakt zu diese Menschen aufzubauen, die bedingt durch Armut, Krankheit oder aus anderen Gründen die Öffentlichkeit meiden.
Es ist zu erwarten, dass sich die Anzahl dieser Menschen zukünftig erhöhen wird, denn der soziale Abstieg findet bereits statt.
Eine Herkulesaufgabe für eine Stadt, deren finanzieller Rahmen eingeschränkt ist. Diese Aufgaben lassen sich nur durch finanzielle Mittel des Bundes lösen.

Zu bedauern ist auch, dass es bisher keine Einigung zwischen der Stadt und den Krankenkassen gegeben hat, eine gezielte Beratung “vor Ort” einzurichten. Die SPD hofft, dass sich die Beteiligten wieder an den Tisch setzen, um den Seniorinnen und Senioren die Hilfe anbieten zu können, die sie für ein Leben in den eigenen vier Wänden benötigen.